„Lebende Steine“: Wissenswertes über Qualität und Hälterung

Das aus dem natürlichen Korallenriff stammende Lebendgestein („Lebenden Steine“) ist die Grundlage für die biologische Entwicklung und Stabilisierung unserer modernen Korallenriffaquarien. Sie verleihen dem Riffaquarium nicht nur ein sehr natürliches Aussehen, sondern bringen auch eine Vielzahl unterschiedlicher Kleinlebewesen, Algen und Schwämme in das Aquarium.
Ohne Lebende Steine ist es beinahe unmöglich, eine komplexe - für das künstliche Ökosystem wichtige – Lebensgemeinschaft aus Bakterien, Mikroalgen, Schwämmen, kleinen Krebstieren und Würmern zu schaffen.

Wie auch bei anderen aquaristischen Produkten gibt es bei „Lebenden Steinen“ unterschiedliche Qualitäten und Preise. Dies bezieht sich v.a. auf die biogeologische Struktur der Steine, v.a. bezüglich der Porosität und der Oberflächenstruktur.Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist ein guter Bewuchs mit Algen, sowohl Mikroalgen als auch mit höheren Makroalgen, die sich nicht selten im Aquarium gut entwickeln.
Eine sehr gute Qualität schlägt sich verständlicherweise auch im Preis nieder.
Sicherlich ist insbesondere bei der Einrichtung großer Aquarien die Versuchung nahe, sich auf die Suche nach dem günstigsten Angebot zu machen. Leider sind hier in vielen Fällen Probleme mit der Entwicklung des Aquariums vorprogrammiert: Steine, die sehr schwer und dicht sind, bieten wichtigen Filterbakterien wenig Siedlungsfläche.
 Andere Steine haben kaum Bewuchs und sind somit der schnellen Ansiedlung von unerwünschten Fadenalgen und Cyanobakterien ausgeliefert

Andere Steine haben kaum Bewuchs und sind somit der schnellen Ansiedlung von unerwünschten Fadenalgen und Cyanobakterien ausgeliefert.
Nur Steine, die von sich aus einen gesunden Erstbewuchs zeigen, sind in der Einfahrphase weniger anfällig für lang anhaltende Fadenalgenplagen.Demnach sollte man von billigen Steinen absehen, wenn man - v.a. als Neueinsteiger in das Hobby - langfristig Freude und Erfolg erleben möchte. 

Frisches Lebendgestein mit oder ohne Vorhälterung?

Für den Einzelhandel ist es im Interesse seiner Endkunden ein Muss, frisch importierte Steine in sehr guter Qualität aus dem Großhandel zu beziehen. Die eigentliche Herausforderung ist jedoch, die Qualität in sehr gutem Zustand zu erhalten. Hier trennt sich letztlich die Spreu vom Weizen.
Viele Händler sind aufgrund der schnell einsetzenden Qualitätsminderung frischer Steine bei einer Vorhälterung dazu übergegangen, ihren Kunden zur Ersteinrichtung eines Meerwasseraquariums ausschließlich Lebendgestein zu empfehlen, das frisch aus der Importbox kommt. Dadurch soll ein Maximum des natürlichen Bewuchses und der in den Nischen versteckten Kleinstlebewesen ins Aquarium gelangen.
Das Problem besteht hier jedoch darin, dass qualitativ hochwertige Steine eine sehr poröse, von Kanälen durchzogene Oberfläche aufweisen. Zwar sind poröse Steine viel besser als natürliches Filtermedium geeignet als das günstigere glatte, hoch verdichtete Material, allerdings bringt eine hohe Anzahl von kleinen Nischen und Löchern viel Platz für Schlamm und Dreck mit sich. Unabhängig von der Qualität der Steine findet sich in jedem Stein eine teils enorm große Biomasse wieder. Bei nicht vorgehälterten Steinen gelangt auch dieser Dreck in das frisch eingerichtete Aquarium, was in den meisten Fällen zu Problemen führt, die nur äußerst mühsam mit der Zeit behoben werden können.

Wir sind uns dieser Probleme durch unsere langjährige Erfahrung in der Beckenplanung und Beckeneinrichtung bewusst, und haben uns daher vor etlichen Jahren zu einer Vorhälterung entschieden.

Die erste Maßnahme, die der Einzelhandel im Rahmen der Vorhälterung zur Aufrechterhaltung der Qualität treffen muss, ist eine gründliche Reinigung der Oberflächen und Nischen von Sediment und Dreck. Diese Grundreinigung verhindert nicht nur eine übermäßige Belastung des frisch eingerichteten Meerwasseraquariums, sondern verhindert auch, dass die Aufwuchsalgen und die lebende Kleinstfauna nicht „erstickt“.
Die zweite, langfristig unentbehrliche Voraussetzung, für die der Händler bei der Vorhälterung von Lebendgestein Sorge tragen muss, ist eine ständig mit Sauerstoff angereicherte Umgebung. Während des langen Transports aus den Herkunftsgebieten, z.B. Indonesien, ist der Sauerstoff in den oberflächennahen Nischen und Löchern beinahe aufgebraucht. Die meisten der hier lebenden Organismen, v.a. Bakterien, können einen kurzfristigen Sauerstoffmangel zwar verkraften, sterben aber ab, je länger der Sauerstoffmangel anhält.
Die dritte und letzte Anforderung an die Vorhälterung von Lebendgestein ist die der Wasseraufbereitung und Aufrechterhaltung einer guten Wasserqualität. Wird der in den Poren anhaftende Dreck nicht aus dem Wasser entfernt, gehen Pflanzennährstoffe wie Nitrat und Phosphat im Zuge schnell eintretender Zersetzungsprozesse in Lösung. Phosphat ist bekanntlich dazu geneigt, in Kombination z.B. mit Calcium auszufällen. Diese Ausfällungen lagern sich wiederum in den Nischen und Kanälen ab und stellen damit Phosphatdepots dar, die im Aquarium sehr schnell zum Wachstum von Fadenalgen- und Cyanobakterien führen können.

Wir möchten Ihnen in diesem Bericht anschaulich erklären, wie wir von der Mrutzek Meeresaquaristik GmbH die oben geschilderten Maßnahmen zur qualitativ hochwertigen Vorhälterung von unserem Lebendgestein praktisch umgesetzt haben.

Probleme bei der Vorhälterung Lebender Steine

Die meisten Einzelhändler verfügen über ausschließlich für das Lebendgestein vorgesehene Aquarien, in denen die Steine frisch ausgepackt untergetaucht im Wasser gehältert werden. Idealerweise finden sich zumindest Strömungspumpen oder starke Luftheberfilter, die für eine ausreichende Wasserumwälzung garantieren. Auch wir hatten eine solche Anlage in Betrieb, die uns aber aus folgenden Gründen nicht überzeugen konnte:

1. Das in den Poren der Steine festsitzende Sediment wurde nicht richtig frei gespült. Trotz guter Wasserbewegung, Eiweißabschäumung und permanenter Kohlefilterung konnte das Wasser v.a. bei größeren Lieferungen kaum von Trüb- und Gelbstoffen befreit werden. Die Anreicherung von Gelbstoffen verringerte die Lichtintensität ungemein, so dass Algen auf Steinen im unteren Beckenbereich langfristig durch Lichtmangel abstarben.

2. Mit der Zeit konnte durch die Zersetzungsprozesse ein Sauerstoffmangel auf der Steinoberfläche kaum abgewendet werden, einhergehend mit einer signifikanten Reduzierung der für die Einfahrphase wichtigen Aufwuchsalgen.
   
Zur Lösung dieser Probleme entwickelten wir das nachfolgend beschriebene Berieselungssystem, das nicht nur zweckmäßig gestaltet ist, sondern auch weniger arbeitsaufwendig, sowie energiesparender ist.
   
Das Berieselungssystem zur qualitativ hochwertigen Vorhälterung von Lebendgestein

Essentiell bei der Hälterung von Lebendgestein ist die permanente Oberflächenbenetzung mit Meerwasser.
Gänzlich untergetaucht in Meerwasser spielt dieser Punkt keine wesentliche Rolle, bzw. die Frage, wie die Steine mit Wasser benetzt werden, muss gar nicht erst thematisiert werden.

Da die Auswaschung von Sedimenten aus den Poren und Kanälen der Steine nur durch eine starke Wasserbestrahlung möglich ist, haben wir uns zum Bau einer Berieselungsanlage entschieden.

Dabei wird über ein Düsensystem ein starker, aber feiner Sprühregen erzeugt, der mit Druck auf die Steine einwirkt. Dabei ist die ausreichende Benetzung der Steine auch in dem unteren Beckenbereich dadurch gewährleistet, dass wir das Becken tief und flach geplant haben, so dass Steine so übereinander gelagert werden können, dass das Wasser breitflächig über die Steinoberfläche fließt und auch in die Poren eintritt.

Durch das Sprühsystem ist gleichermaßen die Sauerstoffversorgung langfristig gewährleistet. Da nur ein feiner, aber ausreichender Wasserfilm die Steinoberfläche benetzt, ist ein optimaler Gasaustausch möglich. Durch die Düsen wird das austretende Wasser mit Sauerstoff gesättigt.

Um die ständig ansteigende Wasserbelastung durch ausgewaschenes Sediment und Dreck zu verhindern, liegen die Steine einerseits auf Lichtrasterplatten gesetzt oberhalb des Wasserspiegels.
Feststoffe und Partikel lagern sich anderseits auf dem Boden ab, und gelangen durch einen effektiven mechanischen Vorfilter nicht mehr in den Wasserkreislauf.

Der Wasserstand ist bewusst sehr niedrig gehalten, so dass ein regelmäßiger Wasserwechsel leicht durchgeführt werden kann.
Zwei Tage nach dem Auspacken frisch eingetroffener Lebender Steine wird das Wasser erstmals mit eingefahrenem Meerwasser aus unserer Korallenanlage gewechselt.

Die Steine werden nun mit sehr nährstoffarmen, gut mit Mikrozooplankton belebten Wasser besprüht.
Nun ist der Eiweißabschäumer entlastet und kann neu ausgewaschene Trübstoffe und Eiweiße effektiv entfernen.Die Bildung von Phosphatdepots wird verhindert.

Nach einer Woche sind die Steine sauber. Durch eine gute Beleuchtung wachsen die auf den Steinen angesiedelten Makroalgen sichtlich, und durch eingefahrenes Meerwasser werden die Steine zusätzlich mit Bakterien und Mikrozooplankton beimpft.

Bei zahlreichen Beckeneinrichtungen, die wir vor Ort durchführen, konnten wir feststellen, dass die Einfahrphase drastisch verkürzt wird, Nitrit kaum nachweisbar entsteht, und Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat durch die reichlich vorhandenen Aufwuchsorganismen sofort entzogen werden.

Die Bedeutung einer derart guten Vorhälterung frischer Lebender Steine kann gar nicht hoch genug bewertet werden.

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